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Datenanforderungen

Ratingspezifische Ausfallstrukturen

Die Basis für die korrekte Bewertung von Krediten sind ratingabhängige Ausfallstukturkurven. Da jedoch in der Praxis zumeist keine ausreichende Datenhistorie zum Aufbau dieser verfügbar ist, wird in der Regel eine „Extrapolation“ von einjährigen Transitionsmatrizen vorgenommen. Im KreditPricer PLUS erfolgt die Berechnung auf Basis der vorgegebenen einjährigen Übergangswahrscheinlichkeiten für die unterschiedlichen Ratingklassen. Diese werden auf die Restlaufzeit des zu bewertenden Kredits skaliert, womit eine ratingspezifische Bewertung beliebig lang laufender Kredite ermöglicht wird.

Eine alternative Möglichkeit, die Ausfallstrukturkurve zu ermitteln ist die Ableitung mittels einer Bootstrapping-Methodik aus gehandelten Spreads von Credit Default Swap, was ebenfalls im KreditPricer PLUS umgesetzt ist.

Zinsstrukturkurve

Als zweite Grundkomponente wird eine Zinsstrukturkurve benötigt, welche sich aus Geldmarkt- und Swaprenditen aufbaut und die individuelle Refinanzierung widerspiegelt. Um jederzeit aktuelle Marktdaten zur Verfügung zu stellen, bietet sich, wenn vorhanden, eine Verknüpfung mit beispielsweise von Reuters gelieferten Markdaten an. Auf Basis dieser Eingaben werden die Zerokurven und Diskontfaktoren automatisch generiert, die zur Bewertung der zukünftigen Zahlungsflüsse notwendig sind.

Volatilitäten von Zinsoptionen

Zur Bewertung von eingebetteten Optionen muss ein Zinsstrukturmodell kalibriert werden. Hierzu nimmt man implizite Volatilitäten von Caps oder Swaptions. Anhand des Typs der eingebetteten Optionen wird entschieden, an welche Art von Marktdaten das Modell kalibriert wird. Bei Krediten mit Tilgungsrechten werden Swaptions zur Kalibrierung benutzt. Die Kalibrierung an Caps erfolgt bei einem Kredit mit variabler Verzinsung und Verwendung von Zinsober- und untergrenzen.

Sicherheiten

Sicherheiten können auf zwei Arten spezifiziert werden, zum einen in Form von Cash Äquivalenten, zum anderen in Form von (zeitabhängigen) Recovery Raten. Bei der Eingabe von Cash Äquivalenten muss zu jeder Sicherheit noch deren Befristung, d.h. der Termin bis zu dem sie maximal zur Verwertung zur Verfügung steht, angegeben werden. Alternativ kann der Wert einer Sicherheit auch direkt auf das ausstehende Kreditnominal bezogen und als Recovery Rate vorgegeben werden. Zusätzlich wird noch die Recovery Rate für den unbesicherten Teil des Kredits benötigt.

Allgemeine Kreditparameter

Zu jedem Kredit müssen die Stammdaten (Datum der Vollauszahlung, Nominal, Währung, Tilgungsrate, Ende der Zinsbindung, Disagio, Rating des Kreditnehmers, etc.) vollständig vorliegen. Zu den allgemeinen Kreditparametern zählen auch die Kosten, die für eine Bank mit dem Kredit verbunden sind, sowie die Verzinsung des Eigenkapitals, die mit dem Kredit verdienen werden soll.

SolvV (bez. Basel II) spezifischer Parameter

Das regulatorische Kapital, das einem Kredit zugeordnet werden muss, wird im KreditPricer PLUS nach den Regeln der Solvabilitätsverordnung berechnet. Hierzu muss pro Kredit der verwendete regulatorische Ansatz (Standardansatz vs. IRB Ansatz), das Segment des Kreditnehmers und gegebenenfalls das Rating im Standardansatz oder der Umsatz im IRB Ansatz angegeben werden.